1) Wissenswertes über Skat: Daten & Fakten

Die Gesamtzahl aller Spieler, die Skat mehr oder weniger beherrschen, dürfte sich um die 20 Millionen in aller Welt bewegen.

 

Betrachtet man organisierte Skatspieler als engere Verwandtschaft, findet man im weltgrößten Skatverband, dem DSkV (Deutscher Skatverband) rd. 30 000 Mitglieder. Die ISPA (International Skatplayers Association) hat weltweit etwa die Hälfte Mitglieder. Zusammen mit den in zahlreichen nicht zusammengeschlossenen Clubs organisierten Spielern und Spielerinnen kann man wohl von knapp 100 000 Skatern ausgehen, die real in Vereinen Skat spielen.

 

Da sich ein Teil des Familienlebens im Computerzeitalter auch online abspielt, dürfen auch die Sippen und Stämme in den Plattformen, im ISKV, DOSKV usw. nicht vernachlässigt werden, wobei naturgemäß Skatfreunde aus originalen Spielrunden das Familienleben mehr prägen.

 

Eine derart weitschichtige Großfamilie muss natürlich bis ins Detail organisiert werden. So sind die 30 000 Spielerinnen und Spieler des DSKV beispielsweise in 14 Landesverbände gegliedert (Berlin und Bremen sind integriert in Brandenburg und Niedersachsen). Für einen Großteil der öffentlichkeitswirksamen Präsentation und für viele Turniere sind die Verbandsgruppen (VGs) verantwortlich, von denen es im DSkV derzeit 76 gibt. Eine Verbandsgruppe umfasst im Schnitt also rund 400 Mitglieder, die Fläche schwankt stark. So hat z. B. die Stadt Hamburg 2 Verbandsgruppen, während es in Bayern eine VG gibt, die mit 2 Regierungsbezirken ein riesiges Gebiet betreut. Die wichtigsten Organe des Familienlebens, die Kernfamilien, die Orte, an denen sich das fast tägliche Geschehen abspielt, sind die Clubs. Derzeit knapp 2000 im DSKV. Die Größe schwankt zwischen 5 und 100, ein Club mit 20 Mitglieder besitzt bereits eine überdurchschnittliche Größe.

 

Soweit zu den Zahlen. Wie die Skatfamilie aber dein Leben beeinflussen kann, welche Erlebnisse sie für dich bereit hält, welche Chancen für deine persönliche Entwicklung in ihr stecken, aber auch welche Enttäuschungen dich treffen können, wird dich überraschen.

 

Aber vergiss eines nicht: Von dem Moment an, in dem du Mitglied dieser Familie wirst – sei es durch deine Beitrittserklärung in einem Skatclub, deine Registrierung in einer Plattform oder auch "nur" durch Teilnahme an einer Skatrunde – gestaltest du diese Familie mit! Wie, ob als Mitläufer, Kritiker, Funktionär (manche mögen dieses Wort nicht, mir gefällt es, weil es von "funktionieren" kommt und damit den Aufgabenbereich treffend charakterisiert), oder gar als Präsident und Familien-, bzw. Teilfamilienoberhaupt.

  

Skat – was du schon immer darüber wissen wolltest

                                               

Skat ist

  • mehr als nur bunte Bildchen nach einem bestimmten System auf einen Haufen zu legen
  • mehr als nur ein Zeitvertreib
  • mehr als leidenschaftliches "Zocken"
  • mehr als eine Möglichkeit, in seiner Freizeit Geld zu verdienen (oder zu verlieren)
  • mehr als Kenntnis der Spielregeln
  • mehr als ein Kartenspiel

 Skat ist

  • Schulung von geistigen Kräften und ein Beitrag zur Erhaltung dieser Kräfte bis ins hohe Alter
  • Erkennen des eigenen Risikoverhaltens und die Möglichkeit, dieses zu verbessern
  • eine reizvolle Möglichkeit, seine Mitspieler charakterlich und spielerisch einzuschätzen und eine Gelegenheit, die eigene soziale Intelligenz weiterzuentwickeln
  • die Eintrittskarte für eine große Familie
  • Wettkampf
  • Spiel und eine coole Form der Freizeitbeschäftigung
  • Kultur
  • Sport
  • ein Spiegelbild der Zeiterscheinungen
  • ein Spiegelbild des Lebens

2) Leiden eines Skatspielers

 

Ein Skatspieler ist eine ganz arme Ass,

denn er hat keine Chance, etwas richtig zu machen!

                                                                                         

Reizt er zu viel, ist er ein Harakirispieler und Abreizer, reizt er zu wenig, ist er ein Maurer und gemeiner Hund, der andere auflaufen lässt.

 

Redet er viel, verrät er Karten und stört andere Spieler, redet er wenig, ist er ein Langweiler und eine Schlaftablette.

 

Spielt er schnell, sorgt er für eine hektische, ungemütliche Atmosphäre, spielt er langsam, hält er das Turnier auf.

 

Spielt er Asse und Zehnen aus, verschleudert er seine Schmier, spielt er Luschen aus, ermöglicht er billiges Abwerfen. Spielt er Bilder aus, verwirrt er den Partner.

 

Hält er sich streng an die Regeln und erklärt diese den unwissenden Mitspielern, ist er ein Pedant. Tut er es nicht, ein Anarchist und Kneipenspieler.

 

Engagiert er sich für Skatbelange, ist er ein Wichtigtuer, macht er es nicht, ein uninteressanter Mitläufer.

 

Kritisiert er das Verhalten von Funktionären, ist er ein Quertreiber, tut er es nicht, ist er wegen seinem Schweigen an Fehlern dieser mitschuldig.

 

Erträgt er Niederlagen gleichmütig, fehlt es ihm an der ehrgeizigen Grundeinstellung, regt er sich furchtbar auf, ist er kein guter Verlierer.

 

Beredet er die Fehler von Mitspieler, ist er ein Besserwisser, beredet er sie nicht, will er nur immer gewinnen und lernt deswegen den anderen nichts.

 

Gibt er bei einer Schnapszahl eine Runde aus, ist er ein Alkoholiker, tut er es nicht, ein Geizkragen.

 

Will er zu jeder Serie neue Karten, ist er ein Verschwender, verzichtet er darauf und spielt zwei Karten aus, weil sie kleben, ist er selbst schuld.

 

Lässt er einen Neuling schreiben, ist er gemein und verantwortlich, wenn dieser Fehler macht, tut er es nicht, ist er verantwortlich, weil der andere es nie lernt.

 

Denkt er mit und zieht engagiert  eine Karte vorzeitig heraus, begeht er einen Spielverrat, tut er es nicht, spielt er Roboterskat.

 

Zählt er die Augen mit und spielt deswegen anders als sich sein Partner es vorstellt, hat er eine schlechte Spieltechnik. Spielt er anders, vergibt er vielleicht die letzte Gewinnchance leichtfertig, nur um 55 statt 41 Augen zu bekommen.

 

Spielt er in der Woche mehr als 20 Serien, ist er überspielt oder gar ein Süchtiger, spielt er weniger, hat er ein Übungsdefizit.

 

Spielt er die ausgespielte Farbe nicht nach, geht er nicht auf das Spiel des Partners ein, tut er es, hat er das Spiel falsch gelesen oder keine eigenen Ideen.

 

Reizt er sein Blatt aus, um seinem späteren Partner die richtigen Informationen zu liefern, verliert er sein Spiel, tut er es nicht, ist er schuld, wenn der Alleinspieler sein Spiel gewinnt.

 

Lässt er beim unerfahrenen Spielpartner einen Fehler durchgehen, gibt er diesem das Gefühl der Sicherheit, dass andere dies auch machen, fordert er Spielverlust, bzw. – gewinn, ist er punktegeil. 

 

Fazit: Um nicht  auch noch ins Visier der Verfechter von Gewaltspielverboten zu geraten, sollte er das Spiel lieber ganz lassen und sich friedlichen Tätigkeiten zuwenden, welche dies auch immer sein mögen!

 

Beim Gewaltspielverbot handelt es sich um das Verbot von Spielen, in denen Gewalt ausgeübt wird oder in denen man nur mit Gewalt zum Ziel kommt. Im Visier der Gewaltspielverbieter sind Spiele wie Counter-Strike oder Schach, wo wehrlose Bauern oder Pferde geschlagen werden. Ebenfalls auf der Liste der bedrohten Spiele steht Tischtennis, weil der Amokschütze von Winnenden begeisterter Tischtennisspieler war. Mensch-ärgere-dich-nicht, wo Figuren ständig geschlagen und herausgeworfen werden. Schärfer beobachtet wird auch die Skat-Szene, die sich mit bestimmt nicht ungefährlichen Stichen beschäftigt.      

 

Quelle: Zipperts LexikonGewaltspielverbot von Hans Zippert